„Der „Coronajahrgang“ sind wir allemal!“

Unsere scheidenden Schülervertreter aus der 5. Klasse, Manuel Kräuter und sein Stellvertreter Michael Kudler, über den Ergänzungsunterricht, Masken, die bevorstehende Matura und über 5 Jahre Erfahrungen an der HTL Rennweg.

Herr Schulsprecher, wie war das Gefühl, nach einer so langen Zeit wieder an der Schule gewesen zu sein?

Manuel Kräuter: Es war ein durchaus komisches Gefühl, das Schulgebäude für sich „alleine“ zu haben, da bis auf den Ergänzungsunterricht der 5. Klassen niemand dort ist. Gleichzeitig war es aber auch echt schön, die Schule und vor allem die Klassenkollegen nach so einer langen Zeit wiederzusehen.

Herr stellvertretender Schulsprecher, Schüler*innen müssen ja den Ergänzungsunterricht nicht besuchen, wie viel Prozent der Maturant*innen waren in etwa anwesend?

Michael Kudler: Der Ergänzungsunterricht ist zwar freiwillig, birgt aber gleichzeitig einen enormen Vorteil für die Maturant*innen. Deshalb wurde er in Softwareentwicklung – ein verpflichtendes Maturafach – von etwa 80% unserer Klasse besucht.

Wie war unsere Schule in Bezug auf die vom Bildungsministerium vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen (Desinfektionsmittel, Abstandsregelungen, Klassenteilungen, Informationen) vorbereitet?

 Manuel Kräuter: Das hat bei uns wunderbar geklappt. Unsere Schulwarte haben ja bereits im Vorhinein zig Seifen- und Desinfektionsmittelspender im Schulgebäude installiert, außerdem haben wir im Konferenzraum perfekt vorbereitete Arbeitsplätze vorgefunden. Ich glaube, dem Schulpersonal gebührt dafür ein riesiges Dankeschön!

Fühlten Sie sich bei den Vorbereitungen zum Ergänzungsunterricht als wichtiger Teil des SGA genügend eingebunden?

Michael Kudler: Da die Umstände des Ergänzungsunterrichtes vorallem durch Erlässe und Verordnungen durch das BMBWF vorgegeben wurden, blieb dem SGA nur sehr wenig Handlungsspielraum. Eingebunden waren wir allerdings trotzdem, da wir eng mit der Schulleitung verbunden waren.

Die mündliche Matura wird heuer nicht stattfinden, ihre Meinung dazu?

Manuel Kräuter: Das finde ich äußerst fair. Man muss wirklich sagen, dass kein Jahrgang vor uns je eine solche Pandemie erlebt hat. Wir hatten ja auch nur digitalen Unterricht zu Hause, der sehr an die Eigenverantwortung der Schüler*innen appelliert. Gerade für schwächere Schüler*innen, die auf Nachhilfe usw. verzichten müssen, wäre eine herkömmliche Matura echt nicht zumutbar. Daher bin ich mit der gefunden Lösung sehr zufrieden uns sehe sie als einen guten Kompromiss an.

Haben Sie wie auch manch andere Maturant*innen Bedenken, dass dieser Maturajahrgang als „Corona Matura Jahrgang“ möglicherweise nicht ernst wie andere Jahrgänge genommen werden wird und sich dies eventuell auf potentielle Ausbildungs- oder Karrierechancen negativ auswirken könnte?

Michael Kudler: Der „Coronajahrgang“ sind wir allemal. Die negative Konnotation, die damit einhergehen soll, sehe ich allerdings nicht ganz ein. Speziell in Hinblick auf Karrierechancen haben alle Kandidat*innen ein Maß an Flexibilität bewiesen, das bisherigen Jahrgängen nicht abverlangt wurde. Das zeigt auf jeden Fall Eignung für die heutige wandelsame Welt der Wirtschaft. Daher denke ich nicht, dass uns ein besonderes Stigma verfolgen wird.

Wie glauben Sie, wird die gesamte Schulöffnung an der HTL Rennweg am 2.6. unter den vorgegeben Richtlinien / Bedingungen funktionieren? Haben Sie Empfehlungen, Verbesserungsvorschläge?

Manuel Kräuter: Nach heutigem Eindruck kann ich nur sagen, dass der Ergänzungsunterricht echt problemlos funktioniert. Gerade die Schüler*innen der HTL Rennweg zeichnen sich immer wieder durch ein hohes Maß an Selbstverantwortung und Leistungsbereitschaft aus, weshalb ich nicht denke, dass unsere Kolleg*innen besonders große Probleme haben sollten. Die angekündigte Regelung, dass es keine Schularbeiten oder Tests mehr geben sollte, begrüße ich auch äußerst und appelliere an unsere Lehrkräfte, dass diese auch nicht durch „schriftliche Mitarbeitsüberprüfungen“ o.ä. umgangen wird.

Sie verlassen heuer nach 5 Jahren HTL Ausbildung unsere Schule. Was für ein Resümee ziehen Sie?

Michael Kudler: Gerade jetzt, wo es dem Ende zugeht, lerne ich zu schätzen, was ich bald nicht mehr haben werde, nämlich die großartige Schulgemeinschaft der HTL Rennweg. Vor allem durch meine Arbeit in der Schüler*innenvertretung durfte ich erleben, was ein starkes Zusammenspiel der Schulpartner an einer Schule bewirken kann. Ich habe mich immer gut aufgehoben gefühlt und bin stolz, mich in Zukunft als Alumnus der HTL Rennweg bezeichnen zu dürfen.

Herr Kräuter, Herr Kudler, vielen Dank für das interessante Gespräch und ihre sehr erfolgreiche Tätigkeit im Rahmen der Schüler*innenvertretung! Ich darf ihnen im Namen der gesamten Schule alles Gute für die Matura und für ihre weitere Zukunft wünschen!

Das Interview führte Johannes Withalm / HTL Rennweg Öffentlichkeitsarbeit

Der Roman „Blasmusikpop“ stellt das Debüt der Autorin Vea Kaiser dar und erschien 2012. Das Buch thematisiert das Leben von zwei intelligenten und ambitionierten Menschen in einem abgeschotteten Alpendorf, in dem sie von der Bevölkerung als Kuriositäten oder gar als Feinde wahrgenommen werden.

Die Handlung des Romans spielt in Sankt Peter am Anger, einem Kleindorf inmitten der Alpen, dessen Bewohner möglichst wenig mit der Außenwelt zu tun haben wollen und nach alten Sitten und Bräuchen leben. Im Buch kommen zwischen den Kapiteln Passagen aus den Aufzeichnungen eines Geschichtsschreibers vor, die die Geschichte St. Peters schildern. Die Geschichte lässt sich in zwei Teile, jeweils mit eigenem Protagonisten, gliedern. Im Ersten spielt Johannes Gerlitzen die Hauptrolle. Seine Geschichte beginnt mit der Flucht aus dem Dorf und einem Medizinstudium in Wien. Nach etlichen Jahren in der weiten Welt kehrt Johannes Gerlitzen als Arzt nach St. Peter zurück, wo er seine inzwischen jugendliche Tochter Ilse und todkranke Ehefrau Elisabeth findet. Er hat eine Abneigung zu den Dorfbewohnern und ihren Verhaltensweisen, und findet es abscheulich, dass seine Tochter sich zu einem Leben nach diesen Bräuchen hingezogen fühlt. Ilse fühlt sich im Dorf wohl und heiratet, wie in St. Peter üblich, jung. Ihren Sohn, Johannes Irrwein, nimmt Johannes Gerlitzen unter seinen Schutz. Johannes Irrwein wird zum „Nachwuchsforscher“ seines Großvaters und mit dessen Tod zur Hauptfigur des zweiten Teils der Geschichte. In diesem wächst Johannes Irrwein mit großer Abneigung zu St. Peter auf, besucht ein Gymnasium im Tal und entdeckt dort eine Faszination für Geschichte und insbesondere für den altgriechischen Geschichtsschreiber Herodot, aus dessen Werke ihm schon sein Großvater vorgelesen hatte. Durch einen Konflikt mit dem Direktor verpatzt Johannes jedoch die Matura, und in den Ferien vor seinem Nachholtermin beschließt er, als Geschichtsschreiber die seiner Meinung nach barbarischen Verhaltensweisen der Bewohner St. Peters zu dokumentieren.

Der erste Teil, der ungefähr ein Viertel des Buches ausmacht, ist interessant und mitreißend zu lesen. Man fühlt sich mit Johannes Gerlitzen verbunden und ist an seinem Erfolg interessiert, während er darum kämpft, St. Peter und seine zurückgebliebenen Bewohner hinter sich zu lassen oder Johannes Irrwein davor zu bewahren, ihre Lebensweise anzunehmen. Der zweite Erzählabschnitt zieht sich dagegen eher in die Länge, weil Johannes Irrweins Geschichte weit weniger Entwicklung aufweist als die seines Großvaters. Er ist und bleibt ein intelligenter, gebildeter Bub unter einfachen, zurückgebliebenen Dorfbewohnern und muss sich sein Wissen und seine Eigenständigkeit nicht auf die Weise erkämpfen, wie es sein Vorgänger musste.

Der Roman ist in Alltagssprache verfasst und leicht zu lesen. Vea Kaiser ist eine gute Erzählerin, beim Lesen erscheint ein detailliertes und unterhaltsames Bild der Handlung. Die Motivation der Charaktere ist nachvollziehbar, wenn auch im Falle der Dorfbewohner ein wenig simpel. Der Ablauf der Ereignisse macht Sinn und lässt wenige Fragen unbeantwortet.

Das Buch „Blasmusikpop“ ist für jeden zu empfehlen, der auf der Suche nach einer entspannten Freizeitlektüre ist. Wer aktionsreiche Schlagabtäusche oder fesselnde Spannung braucht, ist hingegen woanders besser aufgehoben. Sprache und Stil sind bestens auf ein jugendliches Publikum zugeschnitten, das Leseerlebnis gestaltet sich an den meisten Stellen unterhaltsam und entspannt.

Eine Rezension von Niklas Wohlfahrt, 2BM

Unsere Mitarbeiter*innen vom Schulwarteteam haben in den letzten Tagen mit Hochdruck an den Vorbereitungen für den am 04.05.20 beginnenden Ergänzungsunterricht für die Abschlussklassen gearbeitet. Etliche Räume mussten umgebaut und desinfiziert werden, Desinfektionsmittel und zusätzliche Seifenspender wurden aufgestellt, um alle hygienischen Vorgaben bestmöglich zu erfüllen.

Nun freuen wir uns als Lehrer*innen der HTL Rennweg, unsere Maturant*innen in den nächsten Wochen wieder „in echt“ auf ihrem Weg zur Matura begleiten zu dürfen, um sie dabei möglichst gut auf die anstehenden Maturaarbeiten vorzubereiten.

Wir wünschen allen Schüler*innen, Eltern und allen Lehrer*innen einen schönen „Tag der Arbeit“ und ein erholsames Wochenende!

Text: Johannes Withalm

In diesem Schuljahr wurde an der HTL Rennweg erstmals im Rahmen einer unverbindlichen Lehrveranstaltung das Thema künstliche Intelligenz (Artificial Intelligence) angeboten. Der Freigegenstand stieß bei zahlreichen Schüler*innen aus den 3. bis 5. Klassen aller Abteilungen auf großes Interesse und wurde mit Begeisterung aufgenommen.

Das Unterrichtsprogramm startete im Oktober mit einer halbtägigen Exkursion zum Forschungsschiff MS Wissenschaft, wo auf anschauliche Weise die abwechslungsreiche Geschichte sowie aktuelle Anwendungen der künstlichen Intelligenz präsentiert wurden.

In weiterer Folge lernten die Schüler*innen auf spielerische Weise die wichtigsten Konzepte kennen und verstehen. Dabei wurden auf Themen wie z.B. Klassifizierung, Regressionsanalyse, Entscheidungsbäume, neuronale Netze und Bildverarbeitung eingegangen. Nicht zuletzt beteiligten sich die Schüler*innen intensiv an spannenden Diskussionen über gesellschaftliche und ethische Aspekte der modernen Technologien.

Höhepunkt war schließlich die Zertifizierungsprüfung zum neu geschaffenen European Driving License for Robotics and Artificial Intelligence (EDLRIS), dem international anerkannten Ausbildungs- und Zertifizierungssystem für Robotik und künstlicher Intelligenz. Die Prüfung war vor wenigen Tagen und wurde im Rahmen eines Online-Tests durchgeführt. Das Feedback des Zertifizierers (DI Dr. Martin Kandlhofer, TU Graz) war sehr beachtlich und erfreulich für unsere Schüler*innen: „Gratulation, es haben alle angetretenen Schüler geschafft – durch die Bank eine sehr hohe Punkteanzahl!

Dass unsere Lehranstalt als erste HTL ein derartiges Ausbildungsprogramm anbietet, dürfte für Insider keine Überraschung sein: Schließlich wurde die HTL Rennweg bereits zum 6. Mal als innovativste Schule ausgezeichnet.

Wir waren die erste HTL Wiens, die zertifiziert wurden.

Text: Harald Zainzinger

Bild: Doris Schöndorfer (links) und Harald Zainzinger (rechts)

Traditionen soll man nicht brechen: Unter diesem Motto fand am Freitag die jährliche Osterandacht der HTL Rennweg, dieses Mal gemeinsam mit der HTL Leberstraße, statt. Und in Tagen wie diesen selbstverständlich nicht in der Kirche, sondern digital und interaktiv über eine soziale Plattform. Außerdem konnte man über einen Live Stream im Internet der Andacht folgen.

Spätestens als die mitfeiernden Schüler*innen und Lehrer*innen alleine ihre Kerzen vor der jeweiligen Kamera anzündeten, wurde Allen bewusst, dass wir uns tatsächlich in einer ganz besonderen und herausfordernden Zeit befinden. Und umso mehr strahlte jede einzelne Kerze heller und wärmer als sonst und gab Allen Hoffnung und Zuversicht, dass jede noch so schlimme Situation gemeinsam gelöst werden, und ein ganzes Land bald wieder auferstehen, kann. Selten war die Osterandacht der HTL Rennweg so symbolträchtig wie in diesem April 2020.

Wir haben nach sehr kurzer, aber intensiver Vorbereitung am 16. März mit dem E-Learning begonnen. Da wir selbst noch Erfahrungen sammeln wollten, wurde bereits am 19./20.3. eine Befragung der SchülerInnen und Eltern durchgeführt. Das Ergebnis zeigte, dass der Großteil mit der neuen Situation sehr gut zurechtkam, allerdings die Arbeitsbelastung von Allen signifikant gestiegen war.

Unser E-Learning-Expertenteam hat sich daraufhin intensiv mit Verbesserungsmöglichkeiten auseinandergesetzt. In der Folge wurden die Lehrkräfte ersucht, sowohl Umfang als auch Tempo der Arbeitsaufträge zu reduzieren. Weiters wurde festgelegt, dass alle Aufträge im elektronischen Klassenbuch (WebUntis) samt Abgabetermin und Zeitaufwand festzuhalten sind, um allen Schüler*innen und die Klassenlehrer*innen einen guten Überblick zu verschaffen. Wir verfügen am Beginn der kommenden Woche über die Ergebnisse einer neuen Umfrage und werden sehen, ob sich die Situation nun noch besser eingespielt hat.

Für die Abschlussklassen haben wir festgelegt, dass die Abgabe der Diplomarbeitsberichte zum planmäßigen Termin erfolgt. Die Abschlusspräsentation sowie die „Präsentation und Diskussion“ entfallen. Zur Reife- und Diplomprüfung gibt es nach wie vor keine Details. Aktueller Status ist die Verschiebung um zwei Wochen.

Die Situation ist natürlich für uns und unser ganzes Land neu. Die HTL Rennweg hat von Beginn der Krise an aber mehr die Chancen gesehen, als Probleme und Risiken – und wir haben damit recht behalten! Die im Bildungsbereich schon seit Jahren geforderte Digitalisierung, die an unserer Schule ohnehin schon sehr weit fortgeschritten war, wurde nun in wenigen Tagen perfektioniert. E-Learning, Videokonferenzen und generell digitale Kommunikation unter der Schulgemeinschaft ist in diesen denkwürdigen Tagen zur Selbstverständlichkeit geworden.

Und dennoch fehlt uns Lehrer*innen der direkte und persönliche Kontakt zu unseren Schüler*innen, denn Schule ist natürlich viel mehr als reine (digitale) Wissensvermittlung. Die HTL Rennweg ist ein Ort des respektvollen Miteinanders, wo Begegnung auf Augenhöhe stattfindet, wo viel gemeinsam gelernt, aber auch viel gelacht wird. Auf all das freuen wir uns schon wieder sehr – und hoffentlich auch unsere Schüler*innen 😀

Wir wünschen allen Eltern, Schüler*innen und Kolleg*innen schöne und vor allem erholsame Osterferien!