„Moabit“ ist eine Erzählung von Volker Kutscher, die im Jahr 2017 im „Galiani“ Verlag erschien. Die Geschichte spielt in Berlin im Jahr 1927.

Adolf Winkler, den meisten bekannt als „der Schränker“, ist Oberhaupt des Berliner Ringverein Berolina und wartet auf seine Entlassung aus dem Gefängnis Moabit. Auf dem Weg vom Besucherraum zurück in seine Zelle wird er von einem Mithäftling angegriffen und nahezu umgebracht. Im letzten Moment greift Oberaufseher Christian Ritter ein und rettet somit Winklers Leben. Ritter selbst ist nur zufällig zur Stelle, da er die Schreibmaschine, die er sich von der Sekretärin des Gefängnisses ausborgt, damit seine Tochter Charlotte üben kann, vergessen hat. Nach dem Zwischenfall im Gefängnis plagen den Wärter schwere Schuldgefühle, als der Häftling Bruck, den nur mit einem heftigen Schlag seines Schlagstockes von Winkler abbringen konnte, im Koma liegt und ein paar Tage später stirbt. Kurze Zeit später bekommt Oberaufseher Ritter einen Brief, der – wie es scheint – von Winkler verfasst wurde und in dem Ritter zu einem Treffen eingeladen wird. Einen ähnlichen Brief bekommt jedoch auch Winkler – diesmal erscheint Ritter als Verfasser. Eine Falle?

Die Handlung wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt. Der Einstieg wird aus der Sicht von Adolf Winkler in einer „Du“-Perspektive dargestellt. Im zweiten Teil werden die Geschehnisse von Oberaufseher Ritter in einer „Ich“-Perspektive beschrieben. Im abschließenden Teil wird die Handlung aus der Sicht von Charlotte, der dritten Person, erzählt.

Das 82-seitige Werk schafft es von Anfang an den Leser/die Leserin zu fesseln. Durch die „Du“-Perspektive im ersten Teil schafft es der Autor schon ab der ersten Seite Spannung aufzubauen, welche er bis ganz zum Schluss erhält.

Alles in allem finde ich, dass das Buch eine nette, kurze Geschichte für zwischendurch ist und die Lektüre sich als kleiner Zeitvertreib vollkommen auszahlt.

Eine Rezension von Patrick Maschek, 3BM